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Brasiliens Rassen-Utopie der 70er Jahre… eine Blaupause für die „Neue-Welt-Vision“ der Altparteien?

Ein Gastbeitrag von Jörg Gebauer:


Um zu verstehen, auf welcher geistigen Ebene sich unsere politische „oberste Heeresleitung“ befindet, sollte man hin und wieder einen Ausflug in seine eigene Schulzeit machen.

 

Damals als die westliche Bundesrepublik noch einen Kanzler Helmut Schmidt hatte und die weiter östliche (andere deutsche) Republik über ein Schulsystem – außer natürlich der „Staats-Bürger-Kunde“ – verfügte, welches das heutige „gesamt-deutsche“ in den Schatten stellt und demzufolge in beiden deutschen Teilstaaten noch wirkliches Allgemein-Wissen vermittelt wurde.

Wir schreiben das Jahr 1974: Krupp-Gymnasium in Duisburg-Rheinhausen. Erdkunde-Lehrer Norbert Schinner (leider elendig verstorben) hält seinen Spitzen-Unterricht über Südamerika und im Speziellen über Brasilien.

Er berichtet, daß Brasilien sich aus sehr vielen verschiedenen Ethnien zusammensetzt: Europäer, Afrikaner, Indianer, Indios sowie Asiaten. Die damalige – wie auch immer – „fortschrittliche“ Regierung sah unter gewissen Umständen Probleme auf das Land zukommen: Würde es vielleicht bald zu Rasse-Unruhen kommen?

Die brasilianische Regierung hielt sich – gemäß des damaligen Zeitgeistes – für clever. Es wurde ein Plan erstellt, nach welchem die verschiedenen Ethnien sich zunehmend vermischen sollten, “damit in Brasilien nicht womöglich mal so was passiert wie im Dritten Reich“.

Es sollte über 2 oder 3 Generationen hinweg eine neue brasilianische „Misch-Rasse“ entstehen. Wie die Menschen dann einmal aussehen würden, konnte man reißbrettartig bereits in den westdeutschen Schulbüchern des Jahres 1974 bewundern. Wirklich hübsche Menschen.

Das sollte das neue Ideal sein. Wohlbemerkt: Aus politischen Gründen. Diese „neuen Menschen“ würden sich dann gar nicht mehr aus rassistischen Gründen untereinander bekämpfen können, weil sie ja nun einmal alle derselben Rasse angehören würden.

Ich meldete mich und sagte, dies wäre doch eigentlich auch nur wieder eine neue Form von Rassismus. Lehrer Schinner dachte kurz nach und gab mir Recht.

Genau hier sieht man den Unterschied zwischen einer damaligen unaufgeregten Herangehensweise und der heutigen Indoktrination.

Was soll uns diese Anekdote sagen? Nun, man muß lange nachdenken, um zu ergründen, durch welchen Schwachsinn – vorgeblich fortschrittliches Denken – unser Establishment wahrscheinlich getrieben wird.

Verschwurbelte Juso-Ideologie bei den einen und bei einer anderen zentralen Figur anzunehmen: mangelnde Aufarbeitung der damals vorgeschriebenen FDJ-Völkerfreundschafts-Idylle.

Mal ganz ehrlich, liebe mitlesenden Alt-68er: Euch geht doch das Herz auf, wenn Ihr an die damaligen (übrigens gescheiterten) Pläne der Brasilianer denkt.

 


 

Zum Autor: Jörg Gebauer ist ausgebildeter Staatswissenschaftler (Magister in Politik, Jura und Soziologie). Daneben hat er Kriminologie, Volkswirtschaftslehre sowie Staatsphilosophie studiert. Von 1979 bis 2014 war er Mitglied der SPD. Unter anderem gehörte er dem Juso-Bundesausschuss fünf Jahre lang an und war von Februar 1990 zuerst Mitglied der „Einsatzgruppe Deutsche Einheit“ und im direkten Anschluss daran Mitarbeiter des Deutschen Bundestages bis Juni 1992. Dort unter anderem tätig für den ehemaligen Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski („Ben Wisch“). Zuvor war er drei Jahre Angestellter der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Seit 1992 ist Jörg Gebauer als Berater in der freien Wirtschaft tätig. Er arbeitet für mehrere große deutsche Firmen als Change-Agent, als Führungskräfte-Trainer sowie als Personal- und Kommunikationsberater.

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